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Ergebnisse:
Bereits bei 210°C zeigt Pigment A erste Verfärbungen, während Pigment B bis 250°C farbbeständig bleibt. Bei Temperaturen über 280°C können beide Pigmente nicht mehr verwendet werden.
Sie sparen Zeit und Geld, da die Tests mit dem gradienten-ofen erheblich kürzer sind als Tests im Konvektionsofen. Außerdem garantiert die hochpräzise und sehr genaue Temperaturkontrolle der einzelnen Heizelemente zuverlässige und wiederholbare Ergebnisse – bei jedem Test.
Der gradienten-ofen spart Zeit und Geld bei F & E sowie bei QC Tests von Rohstoffen (z.B. Additive, Pigmente, Harze) und Beschichtungen.
Mit dem gradienten-ofen lassen sich die Bedingungen eines Produktionsofens im Labor simulieren: der Ofentemperaturschreiber temp-gard (siehe Seiten 152 bis 153) zeichnet das Temperaturprofil auf und überträgt es auf den gradienten-ofen. Auf diese Weise können Materialeigenschaften, Einbrennbedingungen und Produktionsöfen für eine bestmögliche Qualität und wirtschaftlichen Betrieb optimal eingestellt werden.
Temperaturbeständigkeit
von Eisenoxid- Pigmenten:
Eisenoxid-Pigmente haben aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung unterschiedliche Temperaturbeständigkeiten:
Im folgenden Beispiel wurden zwei Eisenoxidgelb-Pigmente mit verschiedenen Temperaturbeständigkeiten in einem Silikon-Polyester-System getestet.
Werden Eisenoxidpigmente, die bei niedrigen Temperaturen stabil sind, in Einbrennlackierungen und im Kunststoffbereich eingesetzt, ist es sehr schwierig, die Grenzwerte festzulegen, innerhalb derer die Einbrenntemperatur keine Auswirkungen auf mechanische, chemische oder optische Spezifikationen hat.
Durch die sehr gute Wiederholbarkeit der Messungen lassen sich mit dem gradienten-ofen die Grenzwerte äußerst genau bestimmen. Je nach Ofentyp können Beschichtungen bis zu einer Temperatur von 320°C getestet werden. Werden die Lacke mit einem Doppelrakel appliziert, können auf einem Prüfblech zwei verschiedene Lacke gleichzeitig getestet werden. Dadurch wird der Vergleich einfacher und gleichzeitig Zeit und Material gespart.
gradienten-ofen Applikationen
| Temperaturbeständigkeit | ||
| Eisenoxidrot | bis ca. 1200° C (2192 °F) | |
| Eisenoxidgelb | bis ca. 200° C (392 °F) | |
| Eisenoxidbraun | bis ca. 180° C (356 °F) | |
| Eisenoxidschwarz | bis ca. 180° C (356°F) | |
Temperaturbeständigkeit
von Silikonen
Zwischenschichthaftung
Bei Mehrschichtsystemen, wie bei den Beschichtungssystemen in der Automobilindustrie, können Silikon-Additive die Zwischenschichthaftung beeinträchtigen. Silikone wandern aufgrund ihrer Oberflächenaktivität in die Lackoberfläche. Da sie keine reaktiven Gruppen aufweisen, werden sie nicht in der Lackoberfläche der ersten Schicht verankert, sondern migrieren beim Überlackieren in die Oberfläche der nachfolgenden Beschichtung. Diese Art der Reaktion wird Silikonmigration genannt.
Wird jedoch die erste Schicht überbrannt, entstehen reaktive Gruppen, und das Silikonadditiv wird in das Bindemittelgerüst der 1. Schicht eingebaut und verliert somit seine Migrationsfähigkeit, die sich haftungsvermindernd auf die nachfolgende Schicht auswirken kann. Die Temperaturbeständigkeit hängt von der Modifikation der Silikone ab. Der Einfluss der Temperatur kann mit dem gradienten-ofen auf nur einem Prüfblech schnell bestimmt werden.
Ergebnisse des Ford-Tests:
Die Zwischenschichthaftung bei Probe A ist in allen 4 Temperaturbereichen hervorragend. Im Fall der Probe B ist die Zwischenschichthaftung bei Einbrenntemperaturen von über 150° C nicht mehr gegeben.
Testmethode:
Zwei verschieden modifizierte Silikone wurden getestet:
Probe A: BYK®-310 – polyestermodifiziertes Polisiloxan
Probe B: polyethermodifiziertes Siloxan
Applikation und Trocknung erfolgen in 2 Schritten. Zur einfacheren Auswertung des Testes werden die Lacke unterschiedlich pigmentiert: 1. Schicht weiß, 2. Schicht rot.
Zunächst wird die weiße Schicht appliziert und auf einem Stufengradienten mit 130°C – 150°C – 170°C – 190°C
30 min. eingebrannt. Danach wird die rote Schicht appliziert und bei gleichen Bedingungen eingebrannt.
Die Bewertung der Zwischenschichthaftung erfolgt durch Gitterschnittprüfung mit Klebstreifen-Abriss oder Messerschnitt mit Klebstreifen-Abriss gemäß der Spezifikation des Ford-Tests.
Spezifikation des Ford-Tests:
Die Beschichtung wird mit einem Messer eingeritzt, Klebestreifen wird auf die zu testende Oberfläche aufgebracht, angedrückt und abgezogen.
BYK®-310 wie in Probe A
BYK®-325 wie in Probe A
Wiederbenetzbarkeit
bei Zweischichtsystemen
Bei hohen Temperaturen können Silikone Benetzungsprobleme bei der Applikation von Zweischichtsystemen verursachen.
Testmethode:
Zwei verschieden modifizierte Silikone in einem Alkyd / Amino-Decklack wurden getestet:
Probe A: BYK®-325
Probe B: polyethermodifiziertes Polysiloxan
Zur einfacheren Auswertung des Testes werden die Lacke unterschiedlich pigmentiert: 1. Schicht weiß, 2. Schicht rot. Beide Schichten wurden nass auf nass mit einer Spritzpistole aufgetragen, mit einer Schichtdicke von jeweils 150 µm. Die Silikonadditive wurden nur der zweiten Schicht zugefügt.
Beide Systeme wurden auf dem gradienten-ofen mit linearer Gradientenfunktion 30 min. bei 120°C bis 190°C eingebrannt.
Ergebnis:
Die Probe A wurde perfekt benetzt, während sich bei Probe B beide Schichten "getrennt" haben - Tröpfchenbildung ist bei höheren Temperaturen zu erkennen. Aus diesem Grunde kann Probe B nur bis zu einer Höchsttemperatur von 165°C verwendet werden.
Chemikalienbeständigkeit
von Autodecklacken:
Saurer Regen, Vogelkot, Treibstoff, Frostschutzmittel und viele andere Umwelteinflüsse können einen Autodecklack beschädigen. Besonders im Sommer bei höheren Außentemperaturen können einige Substanzen besonders aggressiv sein und schwere Schäden verursachen. Aus diesem Grund wollen die Hersteller von Autolacken und Kraftfahrzeugen herausfinden, welche Wirkung verschiedene Umwelteinflüsse auf ein Lacksystem haben. In der ganzen Welt werden Bleche jahrelang in Bewitterungsanlagen getestet, um die Einflüsse auf Farbe, Glanz und physikalische Eigenschaften herauszufinden.
Der gradienten-ofen wurde von der Automobilindustrie als Verfahren für beschleunigte Testmethoden anerkannt. Das Gerät ermöglicht Voraussagen, wie ein bestimmtes Lacksystem bei verschiedenen Temperaturen auf ein spezielles Material reagiert. Diese Testmethode wurde von verschiedenen Automobilherstellern spezifiziert.
Testmethode:
Bei Standardtests können 5 verschiedene Chemikalien auf einem Blech getestet werden, z.B. H2SO4, das sauren Regen simuliert, NaOH für Autoreinigungsmittel, Pankreatin (Vogelkot), Bremsflüssigkeit und Baumharz. Die Bleche werden unter den spezifizierten Bedingungen beschichtet und eingebrannt. Mit einer Pipette werden Tropfenreihen
(ca. 0,05 ml) dieser Substanzen in Abständen von ungefähr 6 mm vertikal auf das Blech aufgetragen. Dies wird der Länge des Bleches nach in Abständen von 2 bis 3 cm wiederholt. Anschließend wird der gradienten-ofen auf einen linearen Gradienten von 35°C bis 80°C eingestellt. Die Bleche werden dann zur Auswertung 20, 30 und/oder 60 min. thermisch belastet. Danach wird das Blech unter fließendem Wasser gespült, getrocknet und visuell beurteilt. Die Auswertung sollte nach ca. einer Stunde und nochmals nach 24 Stunden erfolgen, um festzustellen, ob zusätzliche Verätzungen aufgetreten sind.
Die Temperatur, bei der die erste sichtbare Veränderung und Beschädigung aufgetreten ist, wird festgehalten.
Der gradienten-ofen beschleunigt F & E Projekte, wodurch Zeit und Geld gespart wird. Bei QC Tests von Einbrennlacksystemen liefert der gradienten-ofen viel schneller wiederholbare Ergebnisse als Tests im konventionellen Konvektionsofen.







