BYK Additives & Instruments

Wer hat das älteste BYK-Gardner Glanzmessgerät in Gebrauch?
Gewinner des Glanz Gewinnspiels 2017

Im Juni diesen Jahres führte BYK-Gardner einen globalen Wettbewerb „Wer hat das älteste BYK-Gardner Glanzmessgerät in Gebrauch?“ durch. Es freut uns die beiden Gewinner mit den ältesten Glanzmessgeräten zu verkünden:

  • Brohl-Chemie GmbH in Andernach, Deutschland - Hersteller von Pigmentpasten und Masterbatches für SMC (Sheet moulding compounds), BMC (Bulk moulding compounds) und Anwendungen für Strangziehverfahren.
    Das BYK-Mallinckrodt Pocket-Gloss 60° von 1981 ist immer noch in Gebrauch. Herr Marvin Goddon verantwortlich für den Technischen Service sagt: "Wir sind sehr zufrieden mit der robusten und extrem zuverlässigen Qualität des BYK Pocket-Gloss. Es wird hauptsächlich für Vergleichsstudien bei Bewitterungstests eingesetzt”. 
  • Day-Glo Color Corp. in Cleveland, Ohio - Hersteller von Tageslicht-Fluoreszenzpigmenten.
    Unglaublich, ein echter "Dinosaurier" von Glanzmessgeräten aus dem Jahre 1962 wird immer noch verwendet, wenn es nur um Relativmessungen für interne Projekte geht und die Messergebnisse nicht nach außen kommuniziert werden müssen. Da eine Reparatur oder Rezertifizierung nicht mehr möglich sind, stimmen die Absolutwerte nicht 100% mit dem micro-TRI-gloss überein, das für die Produktionsqualitätskontrolle eingesetzt wird.

BYK-Gardner dankt allen Teilnehmern und gratuliert den Gewinnern!

Ausflug in die Geschichte der Glanzmessung

In den Anfängen der Glanzbeurteilung wurden oft visuelle Werkzeuge wie z.B. Farbfächer mit Karten verschiedener Glanzabstufungen für Vergleichszwecke verwendet. Eine der größten Schwächen der visuellen Bewertung sind der Einfluss von Beleuchtung und Beobachter. Erste instrumentelle Studien verwendeten Kästen, die man über die zu beurteilende Oberfläche plazierte, mit fester Beleuchtung und definierter Beobachtungsrichtung – aber der Prüfer war immer noch das menschliche Auge.

Eine der frühesten, gängigen Methoden zur Glanzbewertung ist das sogenannte "Glarimeter", 1914 veröffentlicht von R. S. Ingersoll, das entwickelt wurde um die Spiegelung von Papier zu messen. Das Messprinzip basierte auf unterschiedlicher Polarisierung von gerichteter und diffuser Reflexion wobei der Beleuchtungs- und Beobachtungswinkel bei 57,5° fixiert waren, gemäß dem Fresnel Gesetz. Weitere Studien zeigten, dass das Reflexionsverhalten abhängig ist vom Beleuchtungs- und Beobachtungswinkel. Folglich entwickelte, A. H. Pfund ein Mehrwinkel-Glanzmessgerät (1932 patentiert), das es ermöglichte den Beleuchtungswinkel zu ändern und den gleichen Beobachtungswinkel auf der gegenüberliegenden Seite beibehielt.


CC BY-SA 3.0 

Um 1935 entwarf Richard S. Hunter das erste photoelektrische Glanzmessgerät, das später als Gardner Glanzmesser bekannt wurde. Bei den anfänglichen Untersuchungen wurde ein 45° spekularer Winkel verwendet, während sich später die 60° Geometrie aufgrund der besseren Korrelation zu visuellen Abmusterungen durchsetzte. Im Jahre 1939, wurde die 60° Methode im amerikanischen Standard D523 der ASTM (American Society for Testing and Materials) übernommen. Man definierte die Glanzskala als das Verhältnis von gerichteter Reflexion an einer Probe zu polierten Schwarzglas-Standards. 1951 wurden In ASTM D523 alternative Geometrien für hochglänzende (20°) und matte (85°) Oberflächen hinzugefügt.

Die Firma Gardner Laboratories in Bethesda, Maryland (USA) war eine der ersten Firmen, die Glanzmessgeräte kommerziell für die Lack-, Kunstsoff- und Papierindustrie anboten.  Die ersten Messgeräte besaßen eine Analoganzeige mit Zeigerauschlag und digitale Displays erschienen Anfang der 70er Jahre. Auch in Europa gab es seit den 60er Jahren Glanz- und physikalische Prüfgeräte von der BYK-Chemie (ehemalig BYK-Mallinckrodt), Hersteller von Additiven für Lacke und Kunststoffe.

 

Labormessgeräte wie das BYK Multi-Gloss ermöglichten die Verbindung von unterschiedlichen Messköpfen mit Glasfaserkabeln (70er Jahre). Der technische Fortschritt in Elektronik und Optik führte in den folgenden Jahren zu kleineren und tragbaren Messgeräten, Glossgard und Pocket Gloss.

1989 übernahm BYK-Chemie das amerikanische Unternehmen Gardner Laboratory und vereinte das Instrumentengeschäft unter der BYK-Gardner, die heute bekannt ist für innovative Lösungen zur Farb- und Glanzkontrolle als auch physikalischer Prüfmethoden. Der nächste technologische Durchbruch gelang mit der Einführung des micro-gloss 1988. In den folgenden Jahren entwickelte es sich zum Industriestandard und echten Bestseller. Die Miniaturisierung des Messgeräts und die hohe Integration von mikro-elektronischen Bauteilen ermöglichten einen echt portablen Einsatz an der Produktionslinie. Das micro-gloss war einzigartig in der Industrie, da es erstmals durch automatische Kalibrierung im Schutzköcher die manuelle Justage mit einem Kalibrier-Potentiometer ersetzte.

Mittlerweile ist die vierte micro-gloss Generation auf dem Markt. Schwerpunkt der neuesten Entwicklung ist die Zuverlässigkeit der Messwerte unabhängig vom Bedienereinfluß und Temperaturschwankugnen. Das neueste micro-gloss verwendet Spitzentechnologien (z.B. LED Beleuchtung) kombiniert mit intelligenten und automatisierten Produktionsverfahren um höchste Präzision zu garantieren – unübertroffen in der Industrie. Sogar die automatische Kalibrierung wurde optimiert mit einer sogenannten Selbstdiagnose, die eine fehlerhafte Kalibrierung verhindert. Die Übertragung der Glanzmesswerte in die Software smart-chart, digitalisiert nun auch die Dokumentation der Glanzmessung.