Haftfestigkeit
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Haftfestigkeit

Die Haftfestigkeit einer Beschichtung auf dem Untergrund ist von besonderer Bedeutung für das mechanische Verhalten wie auch für den Korrosionsschutz. In der Praxis werden drei verschiedene Prüfverfahren zur Ermittlung der Haftfestigkeit angewandt:

Gitterschnittprüfung

Bei dieser Methode wird die Haftfestigkeit ermittelt, indem bis auf den Untergrund durchgehende Schnitte im rechten Winkel zueinander ausgeführt werden, so dass ein Gitter entsteht.
Der Test kann als Ja/Nein Test durchgeführt werden. Bei Mehrschichtsystemen kann die Haftfestigkeit der einzelnen Schichten zueinander ermittelt werden.

Ritzhärteprüfung

Diese Prüfmethode dient zur Beurteilung der Haftfestigkeit von organischen Schichtsystemen, wie z.B. Lacke und Anstrichstoffe, auf ebenen, glatten Probenplatten. Die Ritzhärteprüfung hat sich als zweckmäßig erwiesen zur vergleichenden Prüfung und Bewertung von Prüfblechen, deren Beschichtungen deutliche Unterschiede in ihrer Haftfestigkeit aufweisen.
Das Probenmaterial wird mit einheitlicher Schichtdicke auf ebene Prüfbleche mit gleicher Oberflächenbeschaffenheit aufgetragen. Nach dem Trocknen wird die Haftfestigkeit bestimmt, indem die Bleche gegen einen abgerundeten Stift oder Meißel geführt werden, der mit Gewichten belastet wird, bis sich die Lackschicht vom Untergrund löst.

Steinschlag-Prüfung

Die Steinschlagfestigkeit spielt bei der Fahrzeuglackierung eine wesentliche Rolle. Zum Schutz des Karosseriebleches werden in der Automobilindustrie Mehrschichtlackierungen aufgetragen, die gegen korrosive und mechanische Beanspruchungen beständig sein sollen. Die Prüfung der Korrosionsbeständigkeit ist in der Praxis weitgehend gelöst. Dagegen lässt sich die Beständigkeit gegen mechanische Beanspruchung noch nicht eindeutig bestimmen.
Der Gesamtaufbau einer Lackierung ist für die Steinschlagbeständigkeit maßgebend. Änderungen des Materials oder des Lackierverfahrens können den Umfang der Lackbeschädigungen beeinflussen. Die größte Beanspruchung durch Steinschlag tritt an den Front- und Seitenbereichen der Karosserie auf.

Die Multischlagprüfung – scharfkantige Hartgussteilchen werden mit Druckluft gegen ein Prüfblech geschleudert – kommt dabei der wirklichen Beanspruchung am nächsten. Die Ergebnisse des Multischlags streuen jedoch wegen der statistischen Verteilung von Körnung und Auftreffdichte oft sehr stark. Diese Unzulänglichkeit der sonst so praxisnahen Prüfmethode führte zur Entwicklung eines Einzelschlag-Prüfgerätes.