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Häufig gestellte Fragen zu

Industrielacke

Hier finden Sie einige der am häufigsten gestellten Fragen mit ihren Antworten zu Industrielacke.

Haben Sie ein gutes Netz- und Dispergieradditiv für meinen grauen Lack (Mischung aus Titandioxid, Eisenoxid schwarz und Füllmittel)?

Zunächst muss man wissen, dass Eisenoxidschwarz-Pigment magnetisch ist. Ein Netz- und Dispergieradditiv kann zwar beim Mahlen helfen, bezüglich der Stabilisierung ist die magnetische Struktur des Eisenoxidschwarz-Pigments jedoch stärker als die sterische Hinderung des Netz- und Dispergieradditivs. Es gibt andere anorganische schwarze Pigmente auf dem Markt, die eine ähnliche Farbe wie Eisenoxidschwarz-Pigmente ergeben, aber leichter zu stabilisieren sind. Neben anorganischen schwarzen Pigmenten ist grober Ruß eine Alternative zum Eisenoxidschwarz-Pigment.

Sehr effiziente Netz- und Dispergieradditive zum Stabilisieren in der Gemischtanreibungsformulierung sind DISPERBYK-2013, DISPERBYK-2055 und DISPERBYK-2205 für lösemittelhaltige Systeme sowie DISPREBYK-2055 oder DISPERBYK-2012 für wasserbasierte Systeme.

Manchmal treten bei wasserbasierten Entschäumern Kraterbildungsprobleme auf.

Entschäumer können hydrophobe und/oder schaumzerstörende Polymere in ihrer Formulierung haben, daher ist das Homogenisieren des Additivs vor der Einarbeitung erforderlich. In der Regel ist auf dem Etikett des Additivs ein Piktogramm (siehe unten) aufgedruckt. Das Problem könnte auch eine unterschiedliche Scherkraft während des Produktionsprozesses sein. Hier ist eine stärkere Einarbeitung (entweder höhere Scherkraft oder längere Einarbeitungszeit) erforderlich. 

Haben Sie Silikon-Oberflächenadditive ohne die Kennzeichnung „SVHC“ („Substance of Very High Concern“, besonders besorgniserregender Stoff)?

Wir haben mehrere Produkte mit einem Gehalt an zyklischen Siloxanverbindungen unter 0,1 %. 

Wie lässt sich die Ablaufbeständigkeit bei druckluftunterstützter Airless-Anwendung verbessern?

In unseren Testsystemen und verschiedenen 2K-PU-Kundensystemen haben wir eine gute Balance hinsichtlich der Ablaufbeständigkeit, des Verlaufs und der Entschäumung entweder mit CLAYTONE-40, CLAYTONE-AF allein oder in Kombination mit RHEOBYK-405 erreicht. RHEOBYK-405 kann die rheologische Wirkung von CLAYTONE-Produkten steigern.

Können Sie mir sagen, welches Ihr bestes Rheologieadditiv ist? Ich benötige für meinen wasserbasierten 2K-PU-Lack beim Spritzlackieren (HVLP) eine gute Ablaufbeständigkeit und gute Verlaufseigenschaften.

Das Rheologieverhalten kann einen starken Einfluss auf die Verlaufseigenschaften haben; wenn der Lack ein starkes pseudoplastisches Verhalten mit hoher Viskosität im niedrigen Scherbereich aufweist, kann sich dies ebenfalls negativ auf den Verlauf auswirken. Wichtig für den Verlauf ist die richtige Oberflächenspannung, damit eine Untergrundbenetzung mit ausgewogener Viskosität gewährleistet ist. In unseren Testsystemen haben wir mit einer Kombination aus RHEOBYK-H 7625 VF (0,05-0,20 % Wirkstoffgehalt) und RHEOBYK-L 1400VF (0,3-1,0 % Wirkstoffgehalt) eine perfekte Balance erzielt.

Schaumprobleme in einem HS-Lack bei druckluftunterstützter Airless-Applikation.

Airless- bzw. druckluftunterstützte Airless (Air-Mix)-Applikationen neigen zu starker Schaumentwicklung während der Anwendung. Typischerweise ist das Mikroschaum, der im Vergleich zu Makroschaum viel schwieriger zu entschäumen ist. Wirkungsvoll für solche Anwendungsfälle sind Entschäumer wie BYK-1790, BYK-052N (oder BYK-1752 aromatenfrei) oder BYK-054. Abgesehen von den Entschäumern haben wir festgestellt, dass Oberflächenadditive einen großen (positiven oder negativen) Einfluss auf die Schaumentwicklung oder Entschäumungseigenschaften haben können. BYK-310 und BYK-3760 zeigten die geringsten Einflüsse auf die Schaumentwicklung in lösemittelhaltigen Lacken mit hohem Feststoffgehalt, wenn es um die Reduzierung der Oberflächenspannung für eine gute Untergrundbenetzung oder Antikraterwirkung geht. BYK-392 und BYK-354 zeigen gute Verlaufs- und Entschäumungseigenschaften, wenn sie mit einem Entschäumer kombiniert werden.

Ich habe Krater in meiner Produktionscharge, bei der Formulierung im Labor traten jedoch keine Krater auf. Was ist passiert? Es ist ein Klarlack.

Einige Additive wie beispielsweise Entschäumer benötigen höhere Scherkräfte, damit sie gut in den Lack eingearbeitet werden können. Oft sind die Abmessungen von den Behältern bis hin zum Rührblatt bei der Laborausrüstung anders als bei der Produktionsausrüstung, daher ist der Energieeinsatz unterschiedlich. In diesem Fall kann eine höhere Geschwindigkeit oder eine längere Einarbeitungszeit des Additivs das Problem lösen.

Ich habe ein Problem mit Kraterbildung in meinem wasserbasierten Lack mit einem wasserverdünnbaren Harz und ~15 % Colösermenge. Wie kann ich dieses Problem lösen?

Krater treten auf, wenn ein Problem mit der Oberflächenspannung vorliegt. Es kann sein, dass ein Partikel mit einer geringeren Oberflächenspannung in den frischen Lack fällt und nach der Trocknung ein Krater sichtbar ist.

In wasserbasierten Systemen ist es üblich, Entschäumer zu verwenden. Wenn der Entschäumer zu stark oder nicht gut eingearbeitet ist, kann dies auch zu Kratern führen.

In jedem Fall muss die Oberflächenspannung des Lacks reduziert werden. Dazu sollten Sie Produkte wie BYK-302 (BYK-3752, Menge zyklischer Silikone <0,1 %), BYK-378 (BYK-3764 Menge zyklischer Silikone <0,1 %) oder BYK-3760 (Menge zyklischer Silikone <0,1 %) ausprobieren.

Werden die Krater durch den Entschäumer verursacht, kann eine bessere Einarbeitung das Problem lösen. Es wird empfohlen, die Farbe länger mit einem Schnellmischer umzurühren.

Ich benötige für meine schwarze Farbe eine hohe Farbtiefe – wie kann ich das erreichen?

Neben guter Deflockulation und Stabilisierung des Rußes ist es wichtig, die richtige Qualität zu verwenden. Zum Erzielen guter Farbtiefe bzw. eines tiefblauen Schwarzgrades wird sehr feinkörniger Ruß benötigt, in der Regel hier mit Primärpartikeln unter 0,015 µm. Pigmente mit solch einer kleinen Partikelgröße haben eine äußerst große Oberfläche. Zum Stabilisieren dieser Pigmente ist es wichtig, das richtige Netz- und Dispergieradditiv sowie die richtige Menge einzusetzen, denn perfekte Stabilisierung bedeutet vollständige Abdeckung der Pigmentoberfläche mit dem Netz- und Dispergieradditiv. In jedem Fall muss das Netz- und Dispergieradditiv mit dem Harzsystem verträglich sein.

Bei lösemittelhaltigen Systemen empfehlen wir, DISPERBYK-161, DISPERBYK-2013, DISPERBYK-2200, BYK-9077 oder BYK-9076 auszuprobieren.

Bei wasserbasierten Lacken gibt es zwei Möglichkeiten zum Mahlen der Pigmente: harzfrei oder in einem scherstabilen Harz. DISPERBYK-2012 und DISPERBYK-2014 können in beiden Mahlverfahren verwendet werden, während DISPERBYK-190 hauptsächlich für das harzfreie Mahlen empfohlen wird.

Wie kann man Ausschwemmen in einer getönten (lösemittelhaltigen) Farbe lösen?

Es gibt verschiedene mögliche Gründe für das Ausschwemmen.

Ein Grund könnte sein, dass die Tönpaste (Pigmentkonzentrat) nicht mit der Grundfarbe verträglich ist, oder es könnte sein, dass das Pigment oder Füllmittel in der Grundfarbe nicht gut deflockuliert und stabilisiert ist. Ein dritter Grund könnte sein, dass das Pigment im Pigmentkonzentrat nicht gut stabilisiert ist.

Beim Kaufen von Tönpaste empfehlen wir, Eisenoxidrotkonzentrat in einem Klarlack auszuprobieren und einen Rub-out-Test durchzuführen. Eisenoxidrot hat die Eigenschaft, von selbst auszuschwemmen, wenn es nicht stabilisiert ist. Dies wird in unserer Broschüre [L-TI1], „Additives for Pigment Concentrates“ (Additive für Pigmentkonzentrate, bitte als Link einfügen!) beschrieben. Sie können versuchen, die Verträglichkeit durch nachträgliches Zugeben eines Netz- und Dispergieradditivs wie BYK-P 104 S, DISPERBYK-2155, DISPERBYK-2150, DISPERBYK-110 oder DISPERBYK-2055 zu verbessern.

In dieser Broschüre finden Sie außerdem Informationen zur Rohstoffauswahl sowie eine Richtlinie zur Formulierung von Pigmentkonzentraten, die für die eigene Bewertung von Pigmentkonzentraten hilfreich ist. Für lösemittelhaltige Pigmentkonzentrate, die Harz enthalten, empfehlen wir das Ausprobieren folgender Netz- und Dispergieradditive: DISPERBYK-2013, DISERBYK-2055, DISPERBYK-2150 und DISPERBYK-2155. Die Startformulierungen für Pigmentkonzentrate in verschiedenen Anwendungsbereichen finden Sie auf unserer Website (https://www.byk.com/de/service/technical-service/starting-point-formulations).

Welches Additiv ist das beste gegen Ausschwemmen in einem lösemittelhaltigen Lack?

Ausschwemmen entsteht, wenn ein oder mehrere Pigmente nicht gut stabilisiert sind. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten zur Stabilisierung: kontrollierte Flockulation und Deflockulation. Additive zur kontrollierten Flockulation sind eine ausgezeichnete Wahl für Formulierungen mit nur anorganischen Pigmenten sowie Füllstoffen, bei denen ein hoher Pigmentanteil oder eine hohe Schichtdicke erforderlich ist und bei denen Glanz eine weniger wichtige Rolle spielt. Neben einer guten Pigmentstabilisierung besitzen Netz- und Dispergieradditive mit kontrollierter Flockulation (z. B. ANTI-TERRA-204 oder BYK-P 104) auch Anti-Absetzeigenschaften.

Deflockulierende Netz- und Dispergieradditive sind ideal für Hochglanzsysteme und organische Pigmente geeignet.

Wichtig für die Auswahl ist, dass das Netz- und Dispergieradditiv mit dem Harz verträglich ist.

Deflockulierende Additive wie DISPERBYK-2150, DISPERBYK-2155 oder DISPERBYK-2055 sind mit vielen verschiedenen Harzen sehr gut verträglich und daher sehr vielseitig. Besonders bei 2K-Epoxid-Systemen ist die Lagerstabilität sehr wichtig, für diese Anwendung haben wir DISPERBYK-2152 entwickelt.

Wenn nur ein geringfügiges Ausschwemmen auftritt oder sich Bénard-Zellen bilden, verbessert eine kleine Menge eines silikonbasierten Oberflächenadditivs die Situation.

Wir empfehlen, es mit BYK-310, BYK-327 oder BYK-3550 zu probieren.

Für unser Epoxid-System benötigen wir ein Dispergieradditiv für organische Pigmente. Mit unserem Standardadditiv sind wir hinsichtlich der Farbstärkeentwicklung nicht zufrieden. Wir haben viele Produkte ausprobiert, aber in den meisten Fällen gelieren geeignete Produkte während der Lagerung.

DISPERBYK-2152 hat eine einzigartige hochverzweigte Struktur. Das Produkt ermöglicht eine hervorragende Stabilisierung anorganischer und organischer Pigmente, vermeidet Ausschwemmen und beeinflusst die Lagerstabilität nicht.

Wir haben einen wasserbasierten 1K-Hochglanzklarlack für Kunststoff entwickelt. Der Untergrund ist schwarz, deshalb bereitet die mechanische Festigkeit uns große Probleme.

NANOBYK-3620 bietet mit Nano-Hybrid-Technologie einen herausragenden Oberflächenschutz für wässrige Lacke. Dieses Additiv wird besonders für Hochglanzsysteme empfohlen und hat keinen Einfluss auf die Transparenz. Die VOC-freie wässrige Dispersion verbessert die Kratz- und Abriebbeständigkeit.

Additive auf Wachsbasis können die mechanische Festigkeit verbessern; für wasserbasierte Hochglanzlacke werden AQUACER-Produkte empfohlen.

 

Wir haben in unserem Unternehmen verschiedene TiO2-Qualitäten. Mit welchem Additiv kann ich sie in verschiedenen lösemittelhaltigen Lacken stabilisieren?

 

Hauptsächlich mit Al2O3 behandelte Titandioxide benötigen ein Produkt wie DISPERBYK-110, während Titandioxide mit SiO2-Behandlung Produkte wie DISPERBYK-2155 oder DISPERBYK-2013 erfordern.

Alle genannten Produkte deflockulieren und stabilisieren das Titandioxid, und die Neigung zum Absetzen erhöht sich. Daher ist es äußerst wichtig, beim Mahlen ein Antiabsetzadditiv (z. B. GARAMITE-7305 Pulver oder CLAYTONE-40 Vorbehandlungsgel) zu verwenden.